Impuls der Woche

Der christliche Kurztext für Sie

Vaterunser I – Vater unser im Himmel

Bibeltext: Das Evangelium nach Matthäus Kapitel 6, Vers 9

Vater unser…

Das Gebet des Herrn beginnt mit der Anrede Gottes als den Vater. Damit ist der Anfang familiär. Ein vertrauensvoller Einstieg in das Gespräch mit dem Schöpfergeist. Fast scheint vergessen, wer hier angesprochen wird: Die höchste, vorstellbare Instanz, an die der Betende nicht nur glaubt, sondern ihr auch vertraut. Es ist nicht das Anreden einer gefürchteten Macht, der man lieber unterwürfig begegnet, um auf Wohlwollen hoffen zu können.

Indem Jesus das Wort „Vater“ verwendet, zeigt er nicht nur seine eigene Vertrautheit mit Gott. Er ermuntert seine Jünger und mit ihnen auch die Jünger der Zukunft, eine persönliche Beziehung zu Gott zu entwickeln. Herausgelöst aus der unerreichbaren Ferne des Himmels.

Diese persönliche Beziehung zu Gott, erhält zugleich ein besonderes Fundament, denn das Vaterunser ist ein „Wir-Gebet“. Durch die Verwendung des Wortes „unser“ bringt es alle in das Gebet hinein, die die Vaterschaft Gottes anerkennen. Dabei ist es vollkommen gleich, ob das Gebet allein, oder in Gemeinschaft mit anderen Jüngern gesprochen wird, immer wird für alle gebetet. Die gesamte Familie der Gläubigen, oder noch etwas konkreter, der Vertrauenden, findet in den Worten ihr Zuhause. Ein Zuhause, sichtbar gespiegelt in Jesus als Bruder und Lehrer des Gebets.

Nicht immer ist es möglich, das Gebet vertrauensvoll und gelassen zu sprechen. Störfälle unterschiedlichster Art verhindern manchmal die klare Sicht auf Gott.

Einer der großen Störfälle aus der jüngsten Vergangenheit ist zum Beispiel der Missbrauchsskandal: Christentum und Kirchen litten an Vertrauensverlust, weil die letzte scheinbar unzerstörbare Zuflucht, nämlich die Gemeinschaft der Vertrauenden, durch die Missbrauchsfälle die gleichen Risse bekommen hat, wie andere Gruppen in der Gesellschaft auch. Jeder dieser Fälle ist unverantwortlich. Zusätzlich lastet auf Ihnen der Missbrauch der Vaterschaft Gottes!

Diejenigen, die von der Vaterliebe Gottes erzählen und sie vorleben sollen, haben versagt, haben ein falsches Bild des Familienoberhauptes vermittelt. Am Ende sogar das „Vater unser“ infrage gestellt.  Alle Jünger Jesu tragen die Verantwortung, die Majestät Gottes nicht zu verzerren.

Gewiss, der Gottesglaube ist keine Hängematte. Kind des Schöpfers sein, ist kein sanftes Ruhekissen. Gott ist nicht ein Papa, der alles richten wird. Keine Lebensversicherung für jeden Störfall. Er hat uns mit dem Wissen ausgestattet, was sein Wille ist und dass unser eigenes Handeln für Weltfrieden, Umweltschutz, Menschenwürde und Politik erforderlich ist, um dem Reich Gottes und dem Schöpfergeist so nah wie möglich zu kommen. Mit Jesus im Blick wird diese Aufgabe vielleicht etwas leichter.

im Himmel

Die erwähnte Herauslösung, herausgelöst aus der unerreichbaren Ferne des Himmels, geschieht nicht vollständig. Das Besondere des göttlichen Wesens bleibt unangetastet. Es bleibt erhaben und wird nicht irdisch. Der Himmel ist Symbolwort um den Blick zu erheben. Ziel ist nicht die Tiefe, in der man mit gesenktem Kopf kein Licht mehr sieht. Der Mensch darf Gott nicht seinem Denken anpassen.

Ihr Matthias Möller

Dieser Blog verwendet den Linkservice von die-bibel.de.

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