Impuls der Woche

Der christliche Kurztext für Sie

Vaterunser II – Dein Name werde geheiligt

Bibeltext: Das Evangelium nach Matthäus Kapitel 6, Vers 9

Nehmen wir an, es gibt einen besonderen Menschen in unserem Leben. So ganz konkret in der Freundschaft,  der Ehe, der Familie. Dann hat auch der Name dieses Menschen einen besonderen Klang. Wir hören ganz genau hin, wenn sein Name irgendwo fällt und haben sofort sein Bild vor Augen. Selbst wenn in der Vergangenheit der Name in einem anderen Zusammenhang nicht gerade zum Schwärmen anregte.

Nun ist alles anders. Macht sich jemand über diesen Namen lustig, wird einem irgendwie unwohl und man möchte eingreifend die Verteidigung übernehmen. Wut kommt so langsam den Hals herauf, will die anderen ein falsches Bild von dem für uns besonderen Menschen verbreiten.

„Dein Name werde geheiligt“ lautet der zweite Satz des Gebets, das Jesus uns beibringt. Die Interpretation des Satzes könnte „Du bist unser Vater, wir wollen deinen Namen in Ehren halten und niemand soll ihn beschmutzen!“ lauten, wenn man die Anrede aus dem ersten Satz hineinnimmt.   Dieser Gedanke ist bereits in 2. Mose 20,7 zu finden.

Doch ist es wirklich so einfach zu verstehen? Das erste Problem ist, Gott hat keinen Vornamen. Wenn bekannt wäre, dass sein Vorname zum Beispiel „Jakob“ lautete, wie leicht hätte man es dann zu sagen, „Mein Jakob ist der von Bedeutung. Alle anderen Menschen mit gleichem Vornamen, sind nicht wichtig.“

Wechseln wir kurz vom Neuen in das Alte Testament: Als Mose Gott fragt: Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Israeliten komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt!, und sie mir sagen werden: Wie ist sein Name?, was soll ich ihnen sagen? antwortet Gott: „Ich werde sein, der ich sein werde.“ (2.Mose 3,14)

Eine Möglichkeit der Auslegung ist, Gott bleibt namenlos und lässt sich „der HERR, der Gott eurer Väter“ nennen, weil er sich nicht einnorden lassen will.  Und weiter: „Das ist mein Name auf ewig, mit dem man  mich anrufen soll von Geschlecht zu Geschlecht.“ (2.Mose 3,15)

Ein Name gibt immer auch Charakter und Bewertung. Ohne Namen bleibt ihm die Freiheit, sich die Art seiner Offenbarung immer wieder aussuchen zu können. Er nimmt dafür die Gefahr der Fehlinterpretationen seines Wesens in Kauf. Seine Größe zeigt sich so in der Vielfalt seiner Erscheinung. Dies ist keineswegs ein Versteckspiel mit Tarnkappe, sondern hindert den Menschen daran, Gott in die berühmte Schublade zu tun.

Gott bleibt nicht stehen. Er geht mit, wie Jesus in der bekannten Erzählung von den Emmausjüngern (Lukas 24,13–35). Gibt keine Anweisung und Tipps zur Lebensgestaltung und verabschiedet uns dann mit einem freundlichen Klaps in die Zukunft. Nein! Nur in Begleitung auf unserem eigenen Weg bleibt er lebendig.

Halten wir gleich zu Beginn fest: Gott ist heilig. Durch sein Schöpfersein ist er besonders, durch sein Vatersein ist er besonders, und durch sein unergründliches Wesen ist er besonders.  Warum dann die Heiligung seines Namens?

Ein Grund: Zu allen Zeiten gab es Menschen, die ihre Interessen im Namen Gottes durchgesetzt haben. Ob nun in positiver oder negativer Absicht. Vielleicht sogar in der Annahme, Gottes wirklichen Willen zu vertreten. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die genau wissen, dass sie nicht im Namen Gottes handeln, aber die Autorität Gottes lässt sich wunderbar für eigene Ziele missbrauchen.

Ein zweiter Grund: Die sprichwörtliche Anrede Gottes in der Umgangssprache. Aussagen, wie „Oh Gott!“, „Mein Gott“ oder „Du lieber Gott!“, tragen die Entheiligung des Göttlichen in sich.

Der Satz „Dein Name werde geheiligt“ ist gleichzeitig mit einem Echo versehen, damit wir ihn auch zu uns sprechen und daran erinnert werden, den Umgang mit Gott nie banal zu gestalten. Vielleicht am Ende auch, um uns selbst nicht so wichtig zu nehmen…

Ihr Matthias Möller

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